Serielles und vorgefertigtes Bauen im Geschosswohnungsbau mit Spannbeton-Hohldielen

Der Bedarf an neuen – vor allem an bezahlbaren – Wohnungen ist hoch. Selbst in den Spitzenjahren 2019 und 2020 waren es mit rund 330.000 Wohnungen jährlich immer noch 20% weniger als gebraucht. Experten fordern in Deutschland jährlich gut 400.000 neue Wohnungen.

Eine Möglichkeit für schnelles, nachhaltiges und kostengünstiges Bauen ist die serielle Vorfertigung, die seit Jahren diskutiert wird und das langsam an Bedeutung – auch durch den höheren Anteil von Holz und Holz-Beton-Hybrid-Gebäuden – gewinnt.

Foto: Daniel Sumesgutner

 

Marktstudie zum Seriellen Bauen im Wohnungsbau

Im Rahmen einer Marktstudie hat die Beratungsgesellschaft für Wohnen, Immobilien, Stadtentwicklung mbH „Analyse & Konzepte“ bereits 2017 für den Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. (VNW) und den Verband Thüringer Wohnungs- und Immobilienwirtschaft e.V. (vtw) nach den Chancen für serielles Bauen im Wohnungsbau am Markt gefragt.

 

 

Serielles Bauen senkt die Baukosten

Nach den Ergebnissen dieser Marktstudie bietet das serielle Bauen gute Potenziale, um bei der Errichtung und Sanierung von Mehrfamilienhäusern direkt oder indirekt Kosten zu reduzieren.

Bis zu 20% der Bauwerks- und Baunebenkosten sind laut überschlägiger Kostenanalyse möglich und wenn auch die Größe der Bauvorhaben und der Wiederholungsfaktor der Bauteile eine entscheidende Rolle spielt, nennenswerte Einsparpotentiale sind bereits bei kleineren Bauprojekten zu erzielen.

Foto: Thorsten Scherz
Foto: Daniel Sumesgutner

 

Die Vorteile liegen auf der Hand

Neben dem Aspekt der direkten Kosteneinsparungen, so die Autoren weiter, sind es auch die indirekten Effekte wie die Verkürzung von Bauzeiten und eine verbesserte Qualitätssicherung, die für das serielle und vorgefertigte Bauen im Geschosswohnungsbau sprechen.

  • Mengen- bzw. Skaleneffekten durch eine größere Anzahl von Wohnungen
  • hoher Präzision und gleichbleibender Qualität der Bauteile
  • „Just-in-time-Prinzip“ und damit geringeren Lagerungskosten
  • größere Witterungsunabhängigkeit

 

Planern fehlen häufig Kenntnisse und Erfahrungen

Trotz dieser Vorteile wird im Wohnungsbau in Deutschland nur selten mit vorgefertigten Bauteilen gebaut.

Laut Studie liegen die Ursachen dafür zum einen bei den Planern, denen es häufig an entsprechenden Kenntnisse und Erfahrungen fehlt, zum anderen aber auch an den Wohnungsunternehmen, bei denen eine grundsätzliche Akzeptanz gegenüber dieser Bauweise vorhanden zu sein scheint, denen die technischen und wirtschaftlichen Vorteile allerdings nicht bekannt sind.  

Foto: Daniel Sumesgutner

Trotz Vorteile fehlt es an Akzeptanz

Eine Intensivierung des seriellen Bauens wird nur gelingen, so die Studie weiter, wenn alle am Planungs- und Bauprozess beteiligten Akteure einbezogen und die zugrundeliegenden Rahmenbedingungen deutlich verändert werden:

  • umfangreiche Kommunikation über die Vorteile des Seriellen Bauens
  • interdisziplinären Zusammenarbeit aller am Planungs- und Bauprozess Beteiligten
  • Einführung von länderübergreifenden Typengenehmigungen für Typenhäuser

Die ganze Studie ist als pdf direkt beim Verband norddeutschen Wohnungsunternehmen e.V. unter www.vnw.de/Publikationen herunterzuladen.