Schallschutz trifft Gestaltungsfreiheit:
Systemlösungen für Massiv- und
Hybridbauten im Wohnungsbau
Ruhe ist im modernen urbanen Wohnungsbau ein unbezahlbarer Luxus. Wer nach Hause kommt, möchte den Lärm der Stadt und der Nachbarn hinter sich lassen. Für Sie als Architekt oder Fachplaner bedeutet das oft einen planerischen Spagat: Auf der einen Seite fordern Bauherren wirtschaftliche Lösungen, gleichzeitig offene, stützenfreie Grundrisse und zunehmend nachhaltige Bauweisen wie den Holz-Beton-Hybridbau. Auf der anderen Seite stehen die strengen baurechtlichen Anforderungen an den Schallschutz nach der DIN 4109.
Wie lässt sich dieser Konflikt lösen? Das Geheimnis für erstklassige Akustik liegt nicht in einer einzelnen Decke oder einer Wand, sondern in der intelligenten Kombination von geeigneten Bauteilen zu einem Gesamtsystem.
Holz-Beton-Hybridbau: Nachhaltig bauen ohne Kompromisse beim Schallschutz
Vor allem im mehrgeschossigen Wohnungsbau setzen immer mehr Bauherren auf Holz-Beton-Hybridkonstruktionen. Holz speichert CO₂, reduziert das Gebäudegewicht und ermöglicht einen hohen Vorfertigungsgrad einzelner Bauteile.
Gleichzeitig stellt gerade der Schallschutz im Holzbau Planer und Bauherren vor besondere Herausforderungen. Denn leichte Konstruktionen reagieren empfindlicher auf Luft- und Trittschall als klassische Massivbauten.
Die entscheidende Frage lautet daher: Wie lassen sich die ökologischen Vorteile des Holzbaus mit den hohen Komfortansprüchen moderner Wohngebäude verbinden?
Das Prinzip: Die Stärken verschiedener Baustoffe kombinieren. Genau hier spielt der Holz-Beton-Hybridbau seine Vorteile aus. Während tragende Brettsperrholzwände (CLT) die vertikale Gebäudestruktur bilden, übernehmen Spannbeton-Fertigdecken die horizontalen Aufgaben, bei denen Masse und Steifigkeit entscheidende Vorteile bieten: Schallschutz, Schwingungskomfort, Brandschutz, große Spannweiten, flexible Grundrisse.
So entsteht eine Konstruktion, die die Vorteile beider Baustoffe optimal nutzt.
Flankierende Bauteile entscheiden
Eine Geschossdecke funktioniert akustisch nie völlig isoliert. Die Flankenübertragung, also der Schall, der über angrenzende Wände in die Nachbarräume wandert, entscheidet maßgeblich über die tatsächliche Ruhe in einer Wohnung.
Praxisbeispiel Hamburg: Schallschutz im Holz-Hybridbau erfolgreich umgesetzt
Bei einem mehrgeschossigen Wohnungsbauprojekt in Hamburg wurden tragende Brettsperrholzwände mit BRESPA® Spannbeton-Fertigdecken kombiniert. Zum Einsatz kamen 20 cm starke BRESPA® A20Q-Hohldecken mit schwimmendem Estrichaufbau. Die tragenden Holzwände wurden zusätzlich über Sylodyn-Elastomerlager akustisch von den Decken entkoppelt.
Durch diese Entkopplung wird die Flankenübertragung deutlich reduziert – ein wesentlicher Erfolgsfaktor für den Schallschutz im Hybridbau.
Bereits die schalltechnische Prognose zeigte sehr gute Ergebnisse. Für die Konstruktion wurden eine Luftschalldämmung von R’w = 55,8 dB sowie ein Trittschallpegel von L’n,w = 48,1 dB berechnet. Damit wurde der erhöhte Schallschutz bei der Luftschalldämmung bereits rechnerisch erreicht.
Theorie ist wichtig. Noch wichtiger ist jedoch die Frage: Funktioniert das System auch im fertigen Gebäude?
Aus diesem Grund wurden nach Fertigstellung bauakustische Messungen durch ein unabhängiges Schallschutzinstitut durchgeführt. Die Messungen erfolgten direkt am Objekt an den eingebauten BRESPA® A20Q-Decken innerhalb des Holz-Beton-Hybridgebäudes.
Gerade im Wohnungsbau gewinnt Planungssicherheit zunehmend an Bedeutung. Holz-Beton-Hybridkonstruktionen ermöglichen nachhaltige Bauweisen, eine hohe Vorfertigung, kurze Bauzeiten, große Spannweiten, flexible Grundrisse und einen nachgewiesenen Schallschutz.
Durch die Kombination aus tragenden Holzbauteilen und BRESPA® Spannbeton-Fertigdecken entsteht ein wirtschaftliches Gesamtsystem für den modernen Geschosswohnungsbau.
Digitale Sicherheit schon in der Vorentwurfsphase
Guter Schallschutz darf in der Umsetzung keine Überraschungen hervorbringen. Um Ihnen die bauphysikalische Modellierung und Nachweisführung so einfach wie möglich zu machen, unterstützen wir Sie mit digitalen Services. Auf unserer Website finden Sie praktische Online-Bemessungsprogramme. Hier können Sie insbesondere mit unserem Schallschutz-Vorbemessungstool unkompliziert verschiedene Parameter für klassische Projekte (Holz-Hybrid-Projekte lassen sich aufgrund ihrer Komplexität nicht über das Tool bemessen) vergleichen und Ihr Konstruktionssystem optimal auf die schalltechnischen Anforderungen Ihres konkreten Projekts abstimmen.
Fazit
Die erfolgreichsten Projekte entscheiden sich heute häufig nicht für einen der beiden Baustoffe, sondern für die intelligente Kombination beider Systeme.
Das Hamburger Referenzprojekt zeigt, dass Holz-Beton-Hybridbauten nicht nur nachhaltig und wirtschaftlich realisierbar sind, sondern auch hohe Anforderungen an den Wohnkomfort erfüllen können.
Mit BRESPA® Spannbeton-Fertigdecken erhalten Planer dabei die notwendige Masse, Steifigkeit und Schallschutzqualität, um moderne Wohngebäude langfristig komfortabel und flexibel nutzbar zu gestalten.
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