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Warum das Ausbauhaus Neukölln Vorbildcharakter hat

FLEXIBEL , INDIVIDUELL , GÜNSTIG:

Wie immer der private Lebensentwurf auch aussieht, die eigene Wohnung sollte entsprechend gestaltet sein. Ein ebenso spannendes wie sinnvolles Projekt wurde vor diesem Hintergrund in Berlin-Neukölln realisiert: Das Ausbauhaus Neukölln, ein Mehrfamilien- und Mehrgenerationenhaus, das mit einem Regalsystem vergleichbar ist. Ein Gebäudekonzept mit Vorbildcharakter.

Auf Initiative einer Baugemeinschaft, bestehend aus ganz unterschiedlichen Menschen mit ganz unterschiedlichen Motiven, ist das Haus mit 24 Wohneinheiten entstanden. Denn egal, ob Ur- oder Wahl-Berliner, ob Familie, Single oder Freiberufler, eines hatten die Mitglieder der Baugemeinschaft gemeinsam: Sie haben in ihrem Umfeld nach bezahlbarem Wohnraum gesucht. Die passende Lösung lieferte das verantwortliche Büro Praeger Richter Architekten GmbH. Die einzelnen Wohnungen des Gebäudes wurden von den Bewohnern überwiegend im Rohzustand erworben und nachfolgend in Eigenleistung ausgebaut. So entstanden keine genormten Wohneinheiten, sondern heterogene, nach individuellen Bedürfnissen und finanziellen Möglichkeiten gestalteteRäumlichkeiten. Und das alles zu Preisen des sozialen Wohnungsbaus. Die „Rohlinge“ bestanden anfangs nur aus einem großen Raum mit abgetrennter Nasszelle. Die Wände waren unverputzt, der Fußboden ein nackter Estrich. Alles Weitere lag in den Händen der Bewohner, je nach finanziellen, handwerklichen und gestalterischen Möglichkeiten. Natürlich bestand auch die Option, den Ausbau an die Architekten zu übertragen.

Ziel der Verantwortlichen bei diesem Bauprojekt war es, die drei folgenden Qualitäts-Anforderungen umzusetzen:

1. Alle Einheiten zeichnen sich durch eine lichte Raumhöhe von drei Metern aus.

2. Jede Wohnung ist mit einer großzügigen Süd-Loggia (20 m²) ausgestattet, die den Wohnraum in den Außenraum erweitert.

3. Es gibt keine tragenden Wände innerhalb der Wohnungen, sodass ein hochflexibler Ausbau mit jeglichem Grundrissmöglich bleibt.

Für die stützenfreien Grundrisse über zehn Meter wurden Spannbeton-Fertigdecken eingesetzt. Die Möglichkeit der individuellen Planung als fundamentales Prinzip des Ausbauhauses und der vergleichsweise geringe finanzielle Aufwand für den Bauherrn hat in der Branche für Aufsehen gesorgt.

So hat das Ausbauhaus Neukölln den Architekturpreis Berlin „Neues urbanes Wohnen“ 2016 und die Auszeichnung „Wohnraum für Alle“ 2016 erhalten. Und auch auf der Nominierungs-Shortlist für den „DAM Preis 2017“ findet sich das Projekt wieder.

Weitere Informationen zu dem Projekt unter www.praegerrichter.de

 

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Dipl.-Ing. Hartmut Fach

Architekt / Leiter Öffentlichkeitsarbeit